In diesem Beitrag soll ein möglichst umfassender Überblick der derzeit sowohl
in Deutschland und bei der Deutschen Bahn AG (Abschnitt 1.),
als auch in der Ems‑Jade‑Region diskutierten Probleme im Schienenverkehr (Abschnitt 2.) sowie zukünftiger Entwicklungen (Abschnitt 3.)
gegeben werden.
Zu den verschiedenen Einzelthemen werden vertiefende Beiträge erstellt.
Abschnitt 1. Herausforderungen und Perspektiven des Schienenverkehrs in Deutschland
Die Deutsche Bahn AG sieht sich einer Vielzahl struktureller, finanzieller und organisatorischer Probleme gegenüber. Der Schienenverkehr in Deutschland steht unter enormem Druck. Was einst als Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität und der Verkehrswende galt, ist heute Sinnbild für Verspätungen, Ausfälle und Frustration. Doch die Probleme sind nicht nur technischer Natur, sondern auch strukturell und politisch bedingt. Will Deutschland eine klimafreundliche Mobilität und wirtschaftliche Stabilität erreichen, muss die Bahn wieder verlässlich funktionieren. Dazu sind massive Investitionen, mutige Strukturreformen und echte Kundenorientierung erforderlich.
🚧Massive Pünktlichkeitskrise
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Fernverkehr auf historischen Tiefstständen: Im Jahr 2024 erreichten nur 62,5 % der ICE/IC-Züge ihr Ziel innerhalb von 6 Minuten Verspätung – der schlechteste Wert seit mindestens 21 Jahren.
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Monat Mai 2025: Pünktlichkeitsquote lag nur bei 62 %, weiter entfernt vom Zielkorridor von 65–70 %. Fast jeder zweite ICE oder IC kam mit mehr als sechs Minuten Verspätung an.
Solche Werte sind Ausdruck eines Systems, das an seine Belastungsgrenzen stößt. Verspätungen sind längst nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalzustand – mit gravierenden Auswirkungen auf Fahrgäste, Logistikketten und das öffentliche Vertrauen.
26.05.2026; Wilhelmsavener Zeitung: 90 Prozent Pünktlichkeit sind das Ziel! Die Deutsche Bahn will im Regionalverkehr wieder eine Pünktlichkeitsquote von mehr als 90 Prozent erreichen – einen genauen Zeitplan gibt es dafür aber nicht. „Die Herausforderung ist, den Abwärtstrend schnell zu stoppen. Da müssen wir gemeinsam im Systemverbund neue Lösungen finden“, sagte der Chef der DB-Regionalverkehrstochter, Harmen van Zijderveld. Zum ganzen Artikel: 90 Prozent Pünktlichkeit sind das Ziel
🚧Veraltete, überlastete Infrastruktur
- Alterndes Schienennetz & Stellwerke: Rund 80 % aller Verspätungen resultieren aus maroden Gleisen, Weichen, Oberleitungen und Stellwerken; knapp die Hälfte der Stellwerke gelten als dringend sanierungsbedürftig
- Sanierungsstau & Generalsanierung: Bund und DB planen bis 2030 eine groß angelegte Sanierung von über 4.000 Gleiskilometern (Hochleistungsnetz), doch erste Projekte verzögern sich, Kosten steigen deutlich
- Vanadlismus: Brandanschläge oder andere Formen der Zerstörung von Kabeln sorgten zuletzt zu mehrfachen Einschränkungen im Bahnverkehr in Deutschland
Ein zentraler Engpass bei der Deutschen Bahn ist der Zustand der Infrastruktur. Der Sanierungsstau ist riesig.
BERLIN.(dpa) (Wilhelmshavener Zeitung vom 10.07.2025) Die Deutsche Bahn will die umfassende Sanierung besonders wichtiger Strecken um ein weiteres Jahr verlängern – also bis 2036. Das teilte die Bahn nach einem Branchendialog mit. Die Modernisierung von mehr als 40 viel befahrenen und dringend sanierungsbedürftigen Strecken wird damit mindestens fünf Jahre länger dauern als ursprünglich geplant. (der vollstänidige Artikel unter "Ergänzende Quellen und Materialien") Siehe unter "Ergänzende Quellen und Materialien"
Jeversches Wochenblatt vom 06.10.2025: Drohnen, Sensoren und Software sollen Vanalismus vorbeugen "Ergänzende Quellen"
🚧Baustellen und Kapazitätsengpässe
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Sehr viele Baustellen pro Tag erschweren den Betrieb – und führen zu Störketten. Jeder Engpass kann das gesamte Netz blockieren
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Bauaktivitäten führen zu Umleitungen, Ersatzverkehr und Fahrgäste leiden unter schlechteren Verbindungen
Bauarbeiten auf dem Schienennetz sind notwendig, aber schlecht koordiniert. Fahrgäste sehen sich mit kurzfristigen Fahrplanänderungen, Umleitungen und unzureichender Kommunikation konfrontiert. Jeder Baustellenabschnitt wirkt sich oft auf den gesamten Korridor aus. Die Folge: ein instabiles System mit geringen betrieblichen Puffern. Sanierungen bei der Bahn könnten länger dauern
BERLIN. (dpa) (Wilhelmshavener Zeitung vom 19.06.2025) Die Belastungen für Fahrgäste infolge der Sanierungen von mehr als 40 hochbelasteten Bahnstrecken könnten sich länger hinziehen als bisher vorgesehen. Nach aktuellen Plänen der Deutschen Bahn würde der letzte Korridor erst Mitte der 30er Jahre fertig werden statt wie bisher im Jahr 2031. Die Zahl der jährlichen Korridorsanierungen will sie dafür reduzieren. Das geht aus einem Schreiben der für die Infrastruktur zuständigen Tochter DB InfraGo an andere Verkehrsunternehmen hervor. Siehe unter"Ergänzende Quellen und Materialien"
🚧Finanzielle Verluste
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Milliardenverluste: 2024 verzeichnete DB ein Minus von etwa 1,8 Mrd €; operative Verluste im Fernverkehr stiegen von –43 auf –96 Mio €.
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Entschädigungszahlungen: Rund 197 Mio € wurden 2024 an Fahrgäste für verspätete oder ausgefallene Züge ausgezahlt.
Auch finanziell ist die Bahn angeschlagen. Im Jahr 2024 schrieb der Konzern ein Minus von 1,8 Milliarden Euro. Die Ursachen liegen in einem defizitären Fernverkehr, in massiven Investitionsbedarfen und in ineffizienter Kostenstruktur.
🚧Personalmangel und betriebliche Ineffizienzen
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Engpässe bei Lokführern, Stellwerkern, Werkstattpersonal und Kontrolleuren wirken sich auf Ausfälle und Instandhaltungsprojekte aus.
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Kritik am Management: Doppelstrukturen, zu hohe Verwaltungskosten, ineffiziente Störungsbewältigung
Der akute Personalmangel ist riesig: Es fehlen Lokführer, Fahrdienstleiter, Werkstattpersonal und Kontrolleure. Die Personalreserven sind so knapp, dass Krankheitswellen sofort zu Ausfällen im Betrieb führen. Gleichzeitig stockt die Nachwuchsgewinnung – denn attraktive Arbeitsbedingungen sind nicht überall gegeben. Die Folge: Instandhaltungen verzögern sich, der Betrieb bleibt störanfällig.
🚧Politischer Druck
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Sanierungskonzept gefordert: der ehemalige Minister Wissing forderte bis 2027 eine gesteigerte Pünktlichkeit, wirtschaftliche Stabilität und organisatorische Reform.
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Bundesrechnungshof-Kritik: Der Umgang des Verkehrsministeriums mit der Bahnsteuerung wird scharf gerügt; gefordert werden stärkere Bundeskontrolle und Trennung von Infrastruktur und Betrieb.
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Union fordert Reformen: CDU/CSU fordern Trennung von Infrastruktur und Betrieb, mögliche Zerschlagung der Bahn AG
🚧Imagekrise & internationale Vergleiche
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Die Deutsche Bahn wirkt z.B. im Vergleich zu Japan und der Schweiz deutlich ineffizient und unpünktlich (max. ~63 % Pünktlichkeit vs. dort ~98–99 %).
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Satirische Kritik: Medienkarikaturen sehen die Bahn als selbstzweckliche Organisation, die Projekte verzögert und Service bewusst abbaut – Symbol für tieferliegende Probleme.
Das Image der Bahn leidet massiv. In den Medien, in Karikaturen und in den Social Media wird die Bahn zunehmend zum Symbol eines nicht funktionalen Staates – mit wachsender Frustration in der Bevölkerung.
Die Bahn nimmt zusätzliche Investitionen in Personal und Technik vor. „Ziele sind ein besseres Sicherheitsempfinden und ein sauberes Erscheinungsbild“, heißt es im Programm. Mehr Sicherheitspersonal werde auf Streife gehen. Zudem arbeite man gemeinsam mit der Bundespolizei daran, „weitere Bahnhöfe mit Kameras und Videotechnik auszustatten“. Schon heute seien an Bahnhöfen rund 11.000 Kameras für Prävention und eine konsequente Strafverfolgung im Einsatz, so der Konzern.
Sauberkeit:
Für mehr Sauberkeit verstärkt das Unternehmen im Jahr 2026 die regelmäßige Reinigung an den Bahnhöfen. Insgesamt sollen doppelt so viele Bahnhöfe wie im Vorjahr 2026 einen „Frühjahrsputz“ erhalten: 1.400 statt 700, viele davon im ländlichen Raum. Beim „Frühjahrsputz“ reinigen DB-Mitarbeitende besonders intensiv Bahnsteige und Treppen, Tunnel und Aufzugsschächte, Glasflächen, Bedienflächen an Automaten und Aufzügen, Mobiliar und Vitrinen, so die Bahn. Auch das mühsame Entfernen von Graffiti und Kaugummi gehört dazu.
Reparaturen:
Neue mobile DB-Handwerksteams sollen bald bundesweit schneller Reparaturen übernehmen. In einem Pilotversuch hatte die Bahn bereits die Wirkung eines mobilen Teams getestet. Die Rekrutierung der Handwerker erfolge nun sukzessive in ganz Deutschland, so der Konzern.
Prävention:
Das Programm sieht auch eine Präventionskampagne vor, um den Respekt gegenüber Mitarbeitenden der Bahn zu stärken. Und es soll an die „zivilgesellschaftliche Selbstkontrolle“ appellieren.
Reaktionen:
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte die Pläne: „Das ist ein erster Schritt, der dringend nötig ist“. Verstärkt werden müsse allerdings auch die Sicherheit an den Bahnsteigen. Denn dort werde mitunter öfter gedealt als in den Bahnhöfen selber. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, die hohen Kriminalitätszahlen zeigten, dass mehr Sicherheit unerlässlich sei. „Die großen Bahnhöfe haben sich zu kriminellen Hotspots entwickelt“, so der GdP-Chef für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf. „Es ist dringend an der Zeit, gerade bei der Kameratechnik auf KI-Unterstützung zurückzugreifen“,
Abschnitt 2. Bahnverkehr in der Ems-Jade-Region – Herausforderungen, Ursachen und Perspektive
2.1. Herausforderungen und Ursachen
Die Ems-Jade-Region ist infrastrukturell stark auf den Schienenverkehr angewiesen. Die Region Ems-Jade wird aber hauptsächlich nur durch die Bahnstrecken Wilhelmshaven–Oldenburg, Esens–Sande und Oldenburg–Osnabrück erschlossen.
Mit den Seehäfen Wilhelmshaven (JadeWeserPort) und Emden, dem Tourismus an der Nordseeküste und den sieben ostfriesischen Inseln, sowie der Verlagerung von Verkehr auf die Schiene gewinnt die Bahn in dieser Region zunehmend an Bedeutung.
Gleichzeitig steht der Schienenverkehr vor erheblichen betrieblichen und infrastrukturellen und politischen Herausforderungen. Die Pünktlichkeit im Personenverkehr ist auf einem Tiefstand, und zahlreiche Baumaßnahmen beeinträchtigen den Fahrplan.
Die Probleme lassen sich mehreren Ursachenfeldern zuordnen:
• Infrastrukturmangel: Jahrzehntelange Vernachlässigung des Schienennetzes in Nordwestdeutschland
• Großbaustellen ohne Alternativen: Fehlende Ausweichstrecken oder parallele Busverkehre bei Streckensperrungen
• Fehlende Priorität: Der Nordwesten gilt traditionell nicht als Schwerpunkt bundesweiter Bahnpolitik
• Knappe Kapazitäten: Die Strecke ist gleichzeitig für Personen- und zunehmend für Güterzüge relevant
• Mangelhafte Fahrgastkommunikation: Informationen zu Baustellen und Fahrplanänderungen sind oft unzureichend
Zusätzlich ist die Diskussion um den Bahnverkehr in der Ems-Jade-Region zunehmend politisiert. Lokale Initiativen, Fahrgastverbände und Kommunalpolitiker üben Druck sowohl auf das Land Niedersachsen als auch auf die Deutsche Bahn aus. Neben den Forderungen hinsichtlich einer schnelleren Fertigstellung der Elektrifizierung der Bahnstrecken, einer verbesserten Baustellenkoordination und Fahrgastinformation, einer Verbesserung der Anschlusssicherheit in Oldenburg sowie einer Erhöhung der Fahrplantaktung, steht auch der Ausbau der Hafenbahn in Wilhelmshaven sowie eine bessere Integration des Seehafenhinterlandverkehrs mit dem öffentlichen Nahverkehr.
30.September 2025 - Pressemitteilung MDL Katharina Jensen: Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen schlägt Alarm: Mit dem neuen Bahnfahrplan ab dem 14. Dezember 2025 drohen Friesland, Wilhelmshaven und die ostfriesischen Inseln weiter den Anschluss an den Fernverkehr zu verlieren. siehe unter "Ergänzende Quellen und Materialien"
27. Februar 2026 : "Beim Bahnausbau aufs Tempo drücken"Überlastete Strecken, marode Brücken, langwierige Planungsverfahren: Die Diagnose ist klar: Das Schienennetz in der Ems-Jade Region ist deutlich in die Jahre gekommen. Auf der 2. Regionalen Bahnkonferenz von Oldenburgischer IHK und dem Kooperationsverbund „Das Oldenburger Land“ (DOL) ging es daher um folgende Themen: um Geld; um die Bedeutung der Bahn für den Nordwesten; um die Geschwindigkeit der Umsetzung von Projekten; um die Brücke in Elsfleth; und um die Brücke in Oldenburg!
Der vollständige Artikel in der Wilhelmshavener Zeitung vom 27.02.2026 auf Seite 1. HIER: Beim Bahnausbau aufs Tempo drucken.pdf
15.05.2026 Wilhelmshavener Zeitung, Seite 3: Nadelöhre im Schienennetz belasten die Hafenwirtschaft - PROGNOSE - Trassenkapazitätsanalyse für die Region Weser-Ems identifiziert Engpässe
WILHELMSHAVEN. (HL) Dringender Handlungsbedarf lässt sich aus einem aktuellen Gutachten zur Verkehrsentwicklung auf der Schiene für das Jahr 2040 ableiten: Gerade mit Blick auf Wilhelmshavens Entwicklung droht dem Personen- und Güterverkehr im Nordwesten ohne neuen Mittelbahnsteig in Sande und den Neubau der Huntebrücke in Oldenburg wohl der Kollaps. Außerdem sehen die Experten dringenden Bedarf eines Überholgleises an der bereits heute überlasteten Strecke Oldenburg - Bremen-Neustadt. Text WZ-Artikel hier: Nadelöhre im Schienennetz belasten die Hafenwirtschaft
2.2. Probleme
🚧 Bauverzögerungen & Ausfälle auf der Strecke Wilhelmshaven–Oldenburg
Baustelle Bahnübergang Alexanderstraße in Oldenburg: Marode Signal-Soft-/Hardware sowie Verzögerungen beim Abbau temporärer Gleise und der Anbindung eines Gegengleises sorgen weiterhin für Ausfälle der Regio‑S-Bahn RS-3 und verhinderten zum Teil den geplanten stündlichen Betrieb nach Wilhelmshaven
Regelmäßige Baustellen: Alle vier Wochen erfolgen nächtliche Arbeiten, die zu Ersatzverkehr mit Bussen führen. Betroffen sind RE 18 und RB 59 – oft werden Anschlüsse verpasst und Fahrgäste schlecht informiert.
🚧 Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
Tägliche Verspätungen & Ausfälle: Pendler berichten von ständigen Unterbrechungen durch Wetter, Weichen-, Brücken- und Bahnübergangsschäden. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert mehr Transparenz seitens DB InfraGo.
Am 03.07.2025 Bericht über schlechte Abstimmung zwischen den Abfahrzeiten der Züge am Bahnhof und dem Nahverkehr in Wilhelmshaven - "Pendler kommen mit Bus nicht zum Zug -Änderungen der Fahrpläne sorgen in Morgen- und Abendstunden für Frust (siehe ergänzende Quellen)
🚧 Informationslage
Fehlende Kommunikation: VEJ, OB Feist und Landräte kritisieren unzureichende Echtzeit-Informationen über Verspätungen und Ausfälle – fordern Pünktlichkeit im Bundesdurchschnitt ab 2025 sowie bessere App-/Anzeigesysteme.
🚧 Lieferverzögerungen bei neuen Zügen (Alstom & LNVG)
Doppelstockzüge verzögert: Die Alstom-Züge für das Expresskreuz Bremen/Niedersachsen wurden erneut verschoben – Direktverbindung Wilhelmshaven–Hannover nun erst für 2027 geplant, vierte Verzögerung. Die Region verlangt gebrauchte Ersatzfahrzeuge reddit.com+2nwzonline.de+2nwzonline.de+2.
Verbleib Diesel-Züge: Trotz eingleisiger, elektrifizierter Strecke wird die RE 18 weiterhin mit Diesel-Alstom-LINT-Zügen betrieben – Umstellung auf Akkubetrieb verzögert sich wegen fehlender Infrastruktur, frühestens ab 2029/2030 nwzonline.de.
24. Januar 2026 - Wilhelmshavener Zeitung berichtet: Neue Alstom-Züge für Expresskreuz kommen noch später - Auslieferung zum fünften Mal verschoben – Auswirkungen auf geplante Direktverbindung nach Hannover (siehe unter ergänzende Quellen)
🚧 Infrastruktur & technische Probleme
Einzelne defekte Stellwerke: Auch angrenzende Regionen wie Emsland sind von Stellwerksschäden betroffen – analog können solche Störungen auch in der Ems‑Jade‑Region auftreten.
Engpass eingleisige Abschnitte: Laut Nutzererfahrungen (Reddit) führen eingleisige Teilbereiche wie zwischen Augustfehn und Bad Zwischenahn durch veraltete Infrastruktur zu Verspätungsanfälligkeit.
Brücken- und Oberleitungsbau am Ems‑Jade‑Kanal: Arbeiten an Klappbrücken (Mariensiel, Aurich) beeinträchtigen Schiffsverkehr – könnten indirekt zu weiteren Bahnverkehrsmaßnahmen führen.
Neubau des Mittelbahnsteigs im Bahnhof Sande, der im Zuge des Streckenausbaus Wilhelmshaven-Oldenburg seinerzeit abgerissen wurde. Druck auf Deutsche Bahn für neuen Mittelbahnsteig in Sande wächst
Huntebrücke: Warten auf Bahn-Reaktion: Im November 2025 hatte ein Riss in der Oldenburger Huntebrücke für massive Einschränkungen im Bahnverkehr gesorgt. Zum Sachstand gab es am 10.01.2026 folgenden Artikel in der Wilhelmshavener Zeitung : Huntebrucke.pdf
30.01.2026 Wilhelmshavener Zeitung, Seite 4: Neubau der Huntebrücke in Oldenburg wird vorgezogen – Regionalverband kritisiert ungleiche Mittelverteilung; hier der Artikel: Text WZ vom 30.01.2026
15.05.2026 Wilhelmshavener Zeitung, Seite 3: Das Land Niedersachsen und die Deutsche Bahn haben sich auf weitere Planungsschritte für den seit Jahren diskutierten Neubau eines Mittelbahnsteigs im Bahnhof Sande verständigt. Am Bedarf bestehen keine Zweifel. Bleibt die Frage, wer die Kosten der Investition übernimmt. Text WZ Hier: Kommt Mittelbahnsteig in Sande doch früher?
🚧 Masterplan & nachhaltige Mobilität
„Mobilität der Zukunft – Zwischen Ems und Jade“ (19. September 2024, Aurich): Regionale Konferenz mit Fokus auf klimaneutralen ÖPNV, Ladestrukturen, Wasserstoff-LKW sowie Integration von Schiene, Straße und Wasserverkehr. Mobilität der Zukunft – Zwischen Ems und Jade“ lässt sich als übergeordneter, visionärer Rahmen für die aktuellen und geplanten Entwicklungen im Verkehrsbereich der Region interpretieren. Dabei geht es nicht nur um den Schienenverkehr, sondern auch um integrierte Mobilitätskonzepte, Klimaschutz, Digitalisierung und ländliche Erreichbarkeit.Ziel: Entwicklung eines Masterplans für nachhaltige, integrierte Mobilität in der gesamten Region – entlang von ÖPNV, Schiffsverkehr, Güterlogistik und Digitalisierung.
🚧 Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken
Ostfriesische Küstenbahn/Esens–Dornum: Einbindung historischer Trassen von Esens nach Dornum, später eventuell bis Norden–Esens–Aurich. Aktuell in Prüfung, unterstützt von Initiativen und Politik.
Am 03.07.2025 berichtet die Wilhelmshavener Zeitung: Bahnstrecke zwischen Dornum und Esens soll kommen
Die Bahn soll wieder auf weiteren Strecken im Landkreis Wittmund rollen. Genau genommen sollen Züge wieder von Esens über Dornum nach Norden fahren – mit
einem Abstecher zum Fähranleger nach Bensersiel. Von dort fahren Einheimische und Touristen zur Insel Langeoog. Die Aktivierung der Bahnstrecke Norden-Dornum-Esens/Bensersiel rückt
damit einen Schritt näher.
Der ganze Artikel unter: Große Bahn - Ergänzende Quellen
Meppen–Essen (Oldenburg): Aus Nutzersicht sinnvoller Lückenschluss zwischen Emsland und Ostfriesland, erleichtert Reiseverbund.
🚧 Hoch- und Neubaustrecken‑Planungen
Ausbau der Ost–West-Achse (Oldenburg–Osnabrück/Bremen–Hannover): Forderung nach Zweigleisigkeit und Elektrifizierung im Rahmen des Deutschlandtakts, Umgehung von Engpässen, künftig mehr Fernverkehr & Gütertrassen.
Diskussion über mögliche Neubaustrecken oder ICE-Verbindungen zur besseren Erschließung – insbesondere die Wetterschiene zwischen Norddeutschland und Hannover/Bremen.
2.3. Planungen und Perspektiven
Die Ems-Jade-Region steht beispielhaft für die Herausforderungen im regionalen Bahnverkehr in Deutschland: eine Kombination aus veralteter Infrastruktur, wachsendem Verkehrsanspruch und schleppender Modernisierung.
Um den Anforderungen von Tourismus, Pendelverkehr und Seehafenlogistik gerecht zu werden, braucht es gezielte Investitionen, bessere Kommunikation und eine entsprechende Planung. Nur dann kann der Schienenverkehr vor Ort zukunftsfähig gestaltet werden.
Mehrere Projekte sind in Arbeit oder in Diskussion:
- Modernisierung von Stationen: Verbesserungen in Sande, Varel und Jaderberg
- Reaktivierung von Bahnverbindungen: Langfristige Diskussion über Reaktivierung Jever–Esens für den SPNV
- Deutschlandtakt: Bessere Abstimmung von Fern- und Regionalverkehr auch in Niedersachsen vorgesehen
- Anschlussoptimierung in Oldenburg: Modellprojekte zur Taktverknüpfung in Arbeit
3. Zukünftige Entwicklung der "Großen Bahn" in der Region Ems-Jade
3.1. Auf Schienen fährt Region viele weitere Jahre hinterher - Verband Pro-Bahn befürchtet Stillstand bei notwendigen Verbesserungen
Artikel in der Wilhelmshavener Zeitung vom 27.06.2025, Seite 1
Auf Schienen fahrt Region viele weitere Jahre hinterher.pdf
Der Artikel bezieht sich auf folgende Pressemitteilung: https://www.lnvg.de/lnvg/pressemitteilungen/artikel/nordwestbahn-faehrt-weiter-auf-dem-weser-ems-netz
3.2. „Wunderlinie“ Groningen-Bremen (Stand: 22.07.2022)
Die Planung und der Ausbau der geplante „Wunderlinie“ von Bremen nach Groningen soll nunmehr massiv beschleunigt werden. Die aktuelle Situation einer propagierten Verkehrswende rechtfertigt nicht die Planung eines simplen eingleisigen Ausbaus mit nur einer teilweisen Elektrifizierung der Strecke bis weit in die 2030er Jahre. Schon jetzt geht es z.B. äußerst eng auf der Strecke zwischen Oldenburg -Wechloy und Bad Zwischenahn zu. Solange dieser „Engpass“ nicht beseitigt ist, wird keine durchgehende Verbindung Bremen-Groningen mit einer geplanten Fahrzeit von nicht mehr als 2 Stunden geben.
Außerdem muss die seit 2015 bestehende Unterbrechung der „Wunderlinien Trasse“ zwischen Leer und Groningen schnellstens beseitigt werden. Die Brücke über die Ems musste nach einer Kollision von einem Binnenschiff abgerissen werden. Der Neubau der Brücke soll bis 2024 fertig werden. Dann könnte die „Wunderlinie“ starten.
Gleichwohl laufen entlang der Strecke Vorplanungen bezüglich der Haltepunkte sowie der Verknüpfung mit dem Nahverkehr.
Streckenverlauf: Bremen-Delmenhorst-Hude-Oldenburg-Wechloy-Bad Zwischenahn-Westerstede-Ocholt-Augustfehn-Leer-Ihrhove-Weener-Bunde-Bad Nieuweschans-Windschooten-Martenshoek-Groningen.
17.08.2026 - Wilhelmshavener Zeitung: Die Freigabe der Bahntrasse von Leer nach Bad Nieuweschans steht bevor. Damit hat die zuglose Zeit im Rheiderland nach fast elf Jahren ein Ende. Wie ein Bahnsprecher auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, soll der reguläre Personenverkehr auf der Wunderline-Strecke Anfang Oktober 2026 aufgenommen werden. Ab Oktober rollen wieder die Züge auf der Wunderlinie
3.3. Reaktivierung von Bahnstrecken (Stand: 14.10.2022)
Der Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) hat beschlossen, die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken untersuchen zu lassen.
Der Ausbau eines Öffentlichen Personenverkehrs ist sowohl aus Klimaschutzgründen als auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region wichtig. Jedoch sind große Teile der ostfriesischen Halbinsel nicht mit der Bahn erreichbar, da in der Vergangenheit zahlreiche Strecken stillgelegt und zum Teil abgebaut wurden.
Aktuell prüft ein Planungsbüro, welche früheren Bahnstrecken im Raum Friesland/Ostfriesland für eine Reaktivierung bzw. Neubau in Frage kämen.
Drei Bahnstrecken haben Priorität:
- Reaktivierung der Strecke Aurich-Aberlitz, um die Kreisstadt Aurich mit Emden zu verbinden
- Neubau der Strecke von Norden nach Esens, ggf. mit einer Verbindung über Bensersiel.
- Anbindung/Neubau der Strecke Varel-Bockhorn-Zetel- Neuenburg
Am 09.01.2026 berichtet die Wilhelmshavener Zeitung: Aurich ringt um den Neustart der Bahnstrecke; Die umstrittene Reaktivierung der für den Personenverkehr stillgelegten Bahnstrecke zwischen Aurich und Abelitz bleibt eines der zentralen Diskussionsthemen in der Region. Beim Neujahrsempfang der Stadt Aurich hat Bürgermeister Horst Feddermann dazu Stellung genommen und für mehr Offenheit im Umgang mit dem Projekt geworben. Siehe unter: Ergänzende Quellen: Aurich ringt um den Neustart der Bahnstrecke.pdf
3.4. Mehr Schienenverkehr im Oldenburger Land (Stand: 13. 01.2024)
Das Oldenburger Land und die oldenburgische Industrie- und Handelskammer forderten Anfang Januar 2024 mehr Schienenverkehr im Nordwesten und einen schnellen Ausbau des Schienennetzes in der Region. Im Rahmen der ersten „Bahnkonferenz Nordwest“ wurde eine Liste mit 14 konkreten Projekten vorgestellt.
Hintergrund für diese Forderungen ist die Einführung des sogenannten „Deutschlandtaktes“. Mit diesem Konzept soll bis 2030 der Zugverkehr in Deutschland optimiert, der Personenverkehr verdoppelt werden, sowie der Bahnanteil am Güterverkehr auf 25% ansteigen. Bessere Abstimmung der Fahrpläne sollen kürzere Umsteigezeiten und häufigere Verbindungen ermöglichen, um insgesamt ein effizienteres und komfortableres Bahnfahren zu gewährleisten.
Das bestehende Schienennetz im Oldenburger Land ist jedoch mit den mit der Einführung des „Deutschlandtaktes“ zu erwartenden Herausforderungen nicht gewachsen. Es sind gravierende Kapazitätsengpässe zu erwarten.
Die geforderten Infrastrukturprojekte sollen diese Engpässe zügig beseitigen.
Top-Projekte sind:
- Der zweigleisige Ausbau für eine Geschwindigkeit von 120Km/h der Strecke Oldenburg-Osnabrück;
- Die Blockverdichtung der Strecke Hude-Bremen und Erweiterung/Optimierung der Überholmöglichkeiten;
- Der Dreigleisiger Ausbau der Strecke Hude-Bremen;
- Der zweigleisige Neubau der Eisenbahnklappbrücke über die Hunte bei Oldenburg;
- Der zweigleisige Neubau der Eisenbahn-Drehbrücke über die Hunte in Elsfleth-Ohrt.
Weitere Projekte betreffen den Neubau, den weiteren Ausbau und die Reaktivierung von Strecken, den Ausbau von Bahnhöfen und die Einführung neuer Technologien zur Steigerung der Effizienz und Sicherheit des Schienenverkehrs.
Die erforderlichen finanziellen, technischen und planerischen Aspekte, die sorgfältig angegangen werden müssen, stellen ebenfalls erhebliche Herausforderungen dar.
Die Verbesserung des Schienenverkehrs im Oldenburger Land könnte positive Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft der Region haben. Eine bessere Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen und Freizeitmöglichkeiten könnte dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu steigern und die Attraktivität der Region für Unternehmen und Investoren zu erhöhen.