Nach Abschluss der Renovierungen unseres neuen Domizils in Voslapp begann die wochenlange Planungsphase für den Bau einer neuen Modellbahnanlage.

Planungsvorgaben:

  1. Bau einer H0-2-Leiter-Gleichstromanlage in der Ausführung als:
    1. zweigleisige Hauptstrecke mit
    2. großem Hauptbahnhof  Wilhelmstadt und
    3. angebundenem „BBW“
    4. Anlegung eines Schattenbahnhofes sowie einer
    5. eingleisigen Streckenverbindung vom Hauptbahnhof zur Märklin- und Jevertrasse
  2. Bau einer Wechselstromstrecke in Ausführung als:
    1. eingleisige Trasse mit
    2. Nebenbahnhof und
    3. Anlegung eines Schattenbahnhofes sowie
    4. schaltungstechnisch nutzbar für Wechsel- und Gleichstrombetrieb.
    5. Integrierung des geretteten Anlagenteils „Jever“ von der alten Vereinsanlage (mittlere Anlagenzunge).

    Nach Beendigung der Planungsarbeiten und Einwilligung der Vereinsmitglieder fiel Ende 1997 der Startschuss für den Bau unserer Modellbahnanlage. Anlage

     

    Die Anlage spiegelt die klassische E-Form wieder. Sie ist aufgeständert auf Winkelprofilen. Darauf verschraubt wurden 19mm Spanplatten. Die Stärke der Spanplatte macht die Anlage begehbar – dieses hat sich bis heute als unbezahlbarer Vorteil erwiesen. Auch die Trassenführung hatdurch die Plattenstärke von 19 mm ebenfalls größte Stabilität aufzuweisen. Die Gleise sind überwiegend Roco-Flexgleis.

    Das Oberleitungsmaterial stammt durchweg von Sommerfeld. Benötigte Sondermasten entstehen in Heimarbeit. Trotz schrittweiser Abschaffung der Quertragwerke beim großen Vorbild werden sie auf unserer Anlage eingebaut und stellen einen richtigen Blickfang dar. Maststandorte sind vor dem Einbau genau einzumessen. Die Fahrdrahtverlegung erfolgt mit einer fahrbaren Lichtraumlehre (Eigenbau). Die richtige Anbringung der Kleinteile wie: Hänger, Seitenhalter, Kopf- u. Kreuzplatten, Isolatoren, Radspannwerken etc. geben der Oberleitung den letzten Schliff. Wir können uns glücklich schätzen, in dieser Hinsicht einen echten Spezialisten unter unseren Mitgliedern zu haben. Der Bau der Oberleitung ist im letzten Jahr durch unseren „Spezi“ weitestgehend abgeschlossen worden. Nun sind nur noch kleine Ergänzungen und Reparaturen durchzuführen.
    Der überwiegende Teil der Brücken ist Eigenbau. Bausätze wurden auf die benötigten Abmaße zugeschnitten. Der große Viadukt nahm bis zur Vollendung 1½ Jahre Bauzeit in Anspruch. Bahnsteige entstanden im Selbstbau. Die Bahnsteigbrücken sind aus POLA-Bausätzen und die ICE-Bahnsteig-Überdachungen aus Faller-Bausätzen zusammengesetzt worden.

    Straßen werden aus 3 mm Hartfaserplatte hergestellt. Der Anstrich erfolgt mit Faller Straßenfarbe. Anreibebogen für Straßenmarkierungen und –schilder sind mit Vorsicht zu genießen. Zur Linienführung eignen sich weiße Gehlstifte. Die Straßenbahn erhielt Einfach-Masten und Oberleitung. Sowohl eine Strecke vor dem Hauptbahnhof (Zufahrt zur „Rollenden Landstraße“ am Güterbahnhof) als auch Straßen um den Bahnhof Jever sind bzw. werden mit dem Faller „Car – System“ ergänzt, sodass auch auf den Straßen Bewegung entsteht.

    Die Gebäudebausätze stammen von etlichen Herstellern, wurden zum Teil umgebaut und gealtert. Nicht ganz unproblematisch ist der Antriebseinbau bei Funktionsmodellen.
    Autos wurden gesupert und z. T. umgebaut. Fahrzeuge im Verkehr sollten auf jeden Fall einen "Fahrer" erhalten. Es sieht einfach schlecht aus, wenn alle Fahrzeuge wie von "Geisterhand“ betrieben werden.

    Das Angebot an Figuren ist reichhaltig und trotzdem müssen sich die "Preiserlein“ für bestimmte Szenen ein Verdrehen der Arme, der Beine und des Kopfes gefallen lassen. Die Szenen werden ständig ergänzt. "Faller-Car-System“ (siehe auch "Straßen“). Auf dem "Jever-Teil“ unserer Anlage ist das Faller-Car-System mit Abzweig-, Stop und Haltestellen installiert worden. Für die Geländegestaltung wird Styropor geklebt und die Konturen werden mit einer Raspel ausgearbeitet.

    Stützmauern jeglicher Art stammen von den üblicherweise bekannten Hersellern. Die Strukturfelswände werden mit echten Steinen kombiniert und gestaltet. Der ganze Landschaftsuntergrund wird ausgespachtelt und mit verschiedenen Farbaufträgen grundiert. Tannen werden meistens nachbeflockt, um den allgemein bekannten Flaschenputzeffekt zu kaschieren. Bei Laubbäumen wird nur nachbeflockt, wenn andere Farbtöne entstehen sollen. Beflockungs-u. Streumaterial stammen von allen bekannten Herstellern. Die Wassernachbildung mit Gießharz von Greven hat sich bewährt. Bis die ganze Landschaft in ihrer Farbenpracht erstrahlt, sind zahlreiche Arbeitsgänge (und – Stunden) vorausgegangen. Grundsätzlich ist der Landschaftsbau abgeschlossen. Bestimmte Abschnitte werden aber immer wieder überarbeitet. Es werden u. a. neue Materialen erprobt und die Farben aufgefrischt.
    Bei der Steuerung stellte sich sofort die Frage: digitaler oder konventioneller Betrieb. Clubeigenes Lokmaterial und der größte Teile des Mitgliederbestandes, das auf der Anlage zum Einsatz kommen sollte, war und ist immer noch konventionellen Ursprungs.

    Erst in den letzten Jahren, auch verstärkt durch jüngere Mitglieder eingebracht, wurde die Diskussion wieder aufgenommen. Da der Anlagenteil "Jever“ auf jeden Fall gründlich überarbeitet werden mußte, haben sich die Mitglieder schließlich entschlossen, diesen Teil auch zu digitalisieren. Auf der Hauptstrecke bleibt der Betrieb aber "konventionell“ anlog. Der Drahtverhau ist zwar enorm, aber mit den heute zur Verfügung stehenden Bausteinen und elektronischen Hilfsmitteln lassen sich komfortable Schaltungen für einen geregelten Betrieb ausführen.

    Gefahren wird die 2-gleisige Hauptstrecke im Blockstreckenbetrieb mit Brems- und Anfahrautomatik. Der Hauptbahnhof ist mit in diese Schaltungstechnik eingebunden. Der 2x 8-gleisige Schattenbahnhof wird über ein Gleisbild-Stellpult mit Gleisbesetztanzeige bedient. Über ein weiteres Stellpult können Rangierfahrten im BBW und auf den Güterbahnhofsgleisen durchgeführt werden.

    Der "Jever-Teil“ wird zukünftig digital gefahren und geschaltet. Die Märklinstrecke ist noch in Arbeit. Schaltungstechnisch sind noch viele Handgriffe erforderlich, bis wir die uns gesteckten Ziele erreicht haben. Der Fahrbetrieb ist nicht "Epoche“ gebunden, sodaß auf der Anlage die unterschiedlichsten Garnituren zum Einsatz kommen. Die Signale sind stets auf HP1 geschaltet und das erwartungsvolle Empfangskomitee an den langen Bahnsteigkanten ist vor Überraschungen nicht gefeit.

    Um die elektrische Versorgung für Beleuchtung und elektrisch betriebene Schaustücke (Szenen) sicher zu stellen, mußten Stromkreise verstärkt, getrennt und neue Transformatoren installiert werden. Das Bedienpult für Beleuchtung und Funktionsmodelle wurde entsprechend unterteilt und umfasst mehr als 100 Schalter.

Die Größe der Anlage beträgt ca. 62m²

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